Staat schafft sich ab. Ist der "Kater" aus dem Haus... tanzen die "Mäuse" auf dem Tisch!
Unsere bewährte, werteorientierte, christlich-sozialdemokratische Gesellschaft ist im Verfall.
Staat und Politik im Umbruch, das moderne Zauberwort heißt: "Der schmale Staat", Gewinnoptimierung(!), der Weg… Privatisierung und Globalisierung, Rückzug
aus der Verantwortung ohne(!) Gewinnverlust. Ein "schlanker Staat" für höchste Effektivität in Schuldenabbau und Kapitalvermehrung. Konventionelle Werte und
soziale Regelsysteme werden "modern" umgestrickt oder einfach abgeschafft: "kann(will) keiner mehr bezahlen". Das diese Rechnung nicht aufgeht zeigt die
rasante Zunahme von Anomie in unserer Gesellschaft. Die Gesellschaft ist gestresst, verunsichert, desorientiert, im moralischen Verfall. Das wichtigste Glied
der Gesellschaft, die Familie, der Mensch, das Individuum tauchen ab in private "Ego Kosmen" der vermeintlichen Glückseeligkeit. "Individualität" tönt aus allen
privatkapitalistischen Werbebotschaften: "Mach Dich frei". Ist das die Freiheit die wir wollen? Oder vielmehr eine geimpfte Freiheit die uns als vermeintlich
"Moderne Freiheit" teuer verkauft wird.
Die ideale Gesellschaft beruht auf einer Balance von Integration und Regulation, sowie einer gesunden Interaktion zwischen Staat, Politik und Gesellschaft, diese ist
zunehmend gestört.
Da anomische Phänomene als anormal und pathologisch bezeichnet werden, sind sie als Folgen eines Ungleichgewichtes zwischen Integration und Regulation
zu verstehen. Die erwünschte Balance der Gesellschaft spannt sich zwischen den Polpaaren Anomie vs. Fatalismus und Individualismus vs. Kollektivismus auf.
Derzeit erleben wir eine Tendenz hin zum Individualismus, der dazu von egoistisch-, exzessiven Strömungen geprägt ist. Die Skala reicht von Ablehnung, Unvernunft,
Sozialneid, Egoissmus, Fremdenfeindlichkeit, bis hin zu Agressivität, Hass, Gewalt, Raub, Mord und anderen Verbrechen.
Der Günstige Fall bezüglich des Individualismus ist der moralische Individualismus, der ungünstigste der egoistische (exzessive) Individualismus.
Moralischer Individualismus basiert auf den Prämissen, dass sich die Individuierung innerhalb des Sozialisationsprozesses vollzieht, die Wertschätzung des
Individuums selbst Produkt sozialer Prozesse ist. Der exzessive Individualismus manifestiert sich, indem die Gesellschaft auf einen einzigen „Handels- und
Tauschpartner“ reduziert wird. Hier ist das Individuum einzig und allein auf seinen Vorteil bedacht.
Der Kollektivismus oder das Kollektivbewusstsein beruht auf gemeinsame Wertvorstellungen. Innerhalb hochdifferenzierter Gesellschaft besteht der gemeinsame
Glaube nur noch im allgemein praktizierten „Kult des Individuums“. Der „Kult des Individuums“ unterscheidet den Kollektivismus moderner Gesellschaften von dem
traditioneller, in denen anstelle der Einzelperson Gruppenkonstellationen (Clans, Familien etc.) die höchste Wertschätzung erhalten.
Im Fall des Fatalismus ist eine zu hohe Regelungsdichte vorhanden, es kommt zu Repression und die Autonomie der Individuen wird angegriffen.
Im Fall der Anomie handelt es sich um ein Regelungsdefizit: Notwendige Regeln fehlen, sie sind unangemessen, widersprüchlich oder werden nicht befolgt. Die
Kooperation innerhalb des sozialen Systems funktioniert nicht mehr. Auf individueller Ebene kann es zu Orientierungs- und Identitätsproblemen kommen. Hieraus
geht auch die negative inhaltliche Ausrichtung des Begriffes der sozialen Anomie hervor.
Die Integration moderner Gesellschaften wird durch folgende zwei Dimensionen gewährleistet:
- Normative Dimension: geteilte Werte und Ziele (Kollektivbewusstsein)
- Funktionale Dimension: das kooperative Handeln, welche aus geregelter Arbeitsteilung hervorgeht
Die Fassade bröckelt - Stop Anomie und den Verfall von Moral und Vernunft!
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